Neues EU-Datenschutz-Gesetz – Homepage für den Moment „vom Netz“

Warum sind im Moment (seit dem 24.5.2018) die Beiträge und Seiten nicht mehr einsehbar?

Ab dem 25.5.2018 tritt endgültig das neue und auch sinnvolle EU-weit gültige Datenschutz-Gesetz in Kraft. Dies dient dem Schutz aller Menschen im Netz und gewährt jedem die Kontrolle über seine Daten. Hierbei stehen eben auch die Rechte an Fotos der eigenen Person speziell im Fokus, aber auch Daten, die vielleicht erhoben werden (Welche IP greift wann mit welchem Browser wie lange auf die Seite zu), persönliche Daten (Namen, Telefonnummer, etc.). Das der Datenschutz so ernst genommen wird endlich ist eine gute und wünschenswerte Entwicklung, stellt uns aber vor große Herausforderungen und bleibt leider nicht ohne Folgen. Mehr dazu unten!

Deswegen haben wir uns auch nach Rücksprache mit unserem Pastor schweren Herzens als Homepage-Redaktion dazu entschlossen bis zur schlussendlichen Klärung auch unserer Datenschutz-Vereinbarung ALLE Seiten (es sind 120 inzwischen) und Beiträge (über 70) zu den Angeboten in der Gemeinde für den Moment „vom Netz“ zu nehmen.

Diese drastische Massnahme dient dem Schutz der Persönlichkeitsrechte der abgebildeten oder namentlich erwähnten Gemeindemitglieder und Ehrenamtlichen, aber ebenfalls auch dazu juristischen UND finanziellen Schaden von der Gemeinde und den Verantwortlichen – Haupt- wie Ehrenamtlichen – abzuwenden.

Auch, wenn wir natürlich nicht das Ziel haben Daten zu sammeln, stellen wir aber nach Rücksprache mit den Verantwortlichen in den einzelnen Gruppen Daten zur Verfügung. Wir wollen alles zur Sicherheit aller nochmal überprüfen. Wir danken für das Verständnis, dass dies einige Zeit in Anspruch nehmen wird.

Bedeutet dies das Ende unserer Gemeinde-Internetseite?

Keine Sorge: Es ist nicht geplant die Seite einzustellen, denn mit zwischen 10-80 Zugriffen pro Tag ist die Homepage gut angenommen worden. Viele Daten (wie alle Zugriffsdaten, so beispielsweise „Wann wurde die Seite angefragt?“, „Wie lang war der Zugriff?“) werden anonym zu statistischen Zwecken vom Provider ermittelt und uns zur Auswertung zur Verfügung gestellt (in unserem Falle ist dies die Firma 1und1).

Ziel der Internetseite ist ja einen virtuellen „Marktplatz der Möglichkeiten“ zu zeigen mit relativ statischen Inhalten, nicht – wie z.B. Facebook – einen ständigen Fluß an Neuigkeiten und Bildern zur Verfügung zu stellen. Deswegen ist eine Homepage auch unabdingbar für eine Organisation in der heutigen Zeit und es so wichtig, daß alle Gruppen sich auf ihr präsentieren gesammelt mit Ansprechpartnern für Leute, die Interesse haben, am katholischen Leben in Homberg teilzunehmen.

Bildlich gesprochen: Wenn beispielsweise Facebook ein chronologisches „Tagebuch“ (Heute habe ich das und das gegessen! Das mag ich gerne!) oder für alle zu kommentierendes „Freundebuch“ (Ich war dabei! Den und den kenne ich auch!) ist, dann ist eine Internetseite die „Visitenkarte“ (Das sind wir! Das machen wir!), der „Stadtplan“ (Hier findest du dies und das!) oder sowas wie das Familienstammbuch (Die Gruppe gehört auch zu uns!). Leitfragen sind dabei z.B. „Was gibt es alles in der Gemeinde? Was ist aktuell wichtig? Was muss ich wissen, wenn ich neu in der Gemeinde bin? Was ist eigentlich XYZ?“. Gruppen können sich vorstellen, man findet Ansprechpartner und Kerninformationen zum katholischen Leben in Homberg und über Homberg hinaus.

Aber auch diese Informationen wollen so aufbereitet sein, ohne dass gegen den Datenschutz oder Copyrights verstossen wird auch zukünftig. Und unser Ziel ist es weiterhin, wie bisher, die Seiten auch mit Bildern zu schmücken. Dies wird nun eben ein hoher organisatorischer Aufwand und wir benötigen da die Unterstützung aller. Es ist EU-Recht und muss umgesetzt werden.

Muss das denn wirklich sein, die ganzen Seiten unzugänglich zu machen ?

Leider ja. Die Empfehlung der Datenschützer der großen Kirchen ist hier sehr klar vorerst. Wenn auch nur ein geringer Zweifel besteht, dass nicht alle Persönlichkeitsrechte gewahrt sind, dann sollte der Inhalt vom Netz genommen werden. Bis alles juristisch auch geklärt ist und wir mit gutem Gewissen sagen können „So läuft es richtig!“ bleiben die Seiten erst einmal verschlossen.

Warum kann man nicht „die Kirche im Dorf lassen“?

Seit es das Internet gibt ist die Welt zum Dorf geworden. Alles ist auffindbar. Geben Sie z.B. mal bei Google Ihren Namen ein („EgoGooglen“). Der eine oder andere wird verwundert sein, was er alles von sich und über sich findet. Das Internet vergisst nicht.

Und ab diesem Tage gilt: Jede Person oder jeder Erziehungsberechtigte muss einwilligen für speziell diese Nutzung seiner Daten oder seines Bildes auf dieser Seite. Ist leider so. Bei Geldbußen von bis zu 300’000 Euro, Freiheitsstrafen von bis zu 2 Jahren bzw. drohenden Kosten für einen Rechtsstreit haben wir keinen Spielraum. Dieses Problem haben aber nicht nur wir, sondern jede Gruppe (z.B. Fußballvereine). Es ist also kein „katholisches Problem“.

Was kann ich denn jetzt noch finden?

Ausgenommen sind hier natürlich die Seiten, welche die Hauptamtlichen und wichtigsten Informationen aus den Gemeinden betreffen (Seelsorger, Pfarrbüros, Gottesdienstordnung, etc.).

Um trotzdem darzustellen, was es alles in der Pfarrei gibt, lassen wir die Menustruktur weiterhin online, denn hinter den Menupunkten verstecken sich viele tolle Angebote, die sich eigentlich wirklich nicht zu verstecken brauchen 😉 . Man kann sich immer an die Pfarrbüros wenden und fragen, wer Ansprechpartner ist. Die Hemmschwelle ist vielleicht höher, aber für den Übergang ist dies eine Lösung.

Die Inhalte der letzten 3 Jahre sind aber nicht verloren, sondern werden nach einer Überprüfung nach und nach wieder online gehen. Keiner muss Sorge haben, dass seine Arbeit verloren geht. An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön an diejenigen, die sich mit viel Mühe zum Detail immer wieder bereit erklärt haben Texte zu verfassen und Bilder zur Verfügung zu stellen.

Kann man denn nicht wenigstens Großgruppen-Fotos einstellen, z.B. vom Chor? Ich habe mal gehört, das geht irgendwie.

Im Moment nicht. Da wir noch nicht von allen auf unseren Bildern abgebildeten Personen die schriftliche Zustimmung einholen konnten und auch Ehrenamtliche Kontaktdaten zur Verfügung stellen, brauchen wir hier Zeit für den logistischen Aufwand diese Zustimmungen (teilweise nochmals) schriftlich einzuholen. Das Problem: Auch die Leute im Hintergrund müssen zustimmen.

Beispiele: Dies gilt für alle abgebildeten Personen auf dem Eröffnungsfoto von Café Klamotte oder vom Seniorenfrühstück, die genau für dieses Bild zur Veröffentlichung ihr Einverständnis geben müssen, ebenso wie z.B. für die Bilder der Kommunionkinder, auch, wenn sie nur im Hintergrund zu sehen sind. Hier ist beispielsweise das Einverständnis der Erziehungsberechtigen notwendig. Der Schutz unseres Nachwuchses ist nicht nur den Datenschützern wichtig, sondern liegt auch uns und der Gemeinde sehr am Herzen.

Wie kann ich als Gemeindemitglied die Homepage-Redaktion unterstützen bei Fragen von Datenschutz und Copyright?

  • Sollten Sie zukünftig Bilder, Logos und Texte einreichen, so brauchen wir weiterhin die Zustimmung aller abgebildeten Personen schriftlich und den Autor des Textes und die Quelle des Bildes oder Logos. Ansonsten müssen die Bilder so bearbeitet eingereicht werden, dass die einzelnen Personen nicht zu erkennen sind. Urheber und Fotograf müssen deutlich sein.
  • Sollten Sie schon Bilder eingereicht haben, so wäre es nötig, dass alle abgebildeten Personen Ihre Zustimmung zur Veröffentlichung geben auch nachträglich. Sie können auch abgebildete Personen unkenntlich machen mit einem Bildbearbeitungsprogramm.
  • Wir planen im Downloadbereich eine herunterladbare Zustimmung zur Veröffentlichung zur Verfügung zu stellen, welche jeder ausdrucken und bei z.B. Aktionen verwenden kann. Diese muss dann mit z.B. dem betreffenden Foto bei uns eingereicht werden, am besten gescannt als Datei mit der Bilddatei.
  • Desweiteren bräuchten wir weiterhin tatkräftige Unterstützung im redaktionellen Bereich und für alle Gruppen, die noch keinen Inhalt zur Verfügung gestellt haben, feste Ansprechpartner, die sich als Kontaktperson zur Verfügung stellen.
  • Wir empfehlen allen (wie der BDKJ es tut), die noch Bilder von Personen auf Ihren privaten Internetseiten habe, zu überprüfen, ob sie die schriftliche Genehmigung zur Veröffentlichung dieser Fotos von allen abgebildeten Personen griffbereit haben.

Vielen Dank im Voraus schon einmal für Verständnis und Unterstützung.

Im Auftrag des Dechanten T. Hendricks und stellvertretend für die Homepage-Redaktion (siehe Impressum),

D. Gierhartz ( media(at)katholisch-in-homberg.de )