Kirche St. Peter

Eigenständig war die Gemeinde „St. Peter in den Haesen“ vom 1. Juli 1967 bis zum 3. Februar 2018. Die Gemeinde „St. Peter In den Haesen“ ist am 4. Februar 2018 mit den Gemeinden St. Johannes und Liebfrauen als Pfarrei St. Franziskus zusammengeführt worden.

Vorstellung der Kirche „St. Peter In den Haesen“

Geschichte:

Homberg wurde nach dem 2. Weltkrieg größer und größer. Um im rasant wachsenden nördlichen Baugebiet, dem Haesengebiet, den Menschen die weiten Wege zu den beiden Kirchen St. Johannes und Liebfrauen zu ersparen, wurde im Jahre 1961 eine kleine Filialkirche aus Holz errichtet.

Den Kirchennamen „St. Peter“ verdanken wir der im Winter 1595/96 in den Fluten des Rheins versunkenen Kirche St. Petri von Halen.

Die im Jahre 1961 errichtete Holzkirche wurde am 1. Juli 1967 Pfarrkirche einer neuen Gemeinde in Homberg – „St. Peter In den Haesen“. Damals wurde für die neue Gemeinde die Grenzen der Gemeinden St. Johannes und Liebfrauen neu festgelegt. Jede der beiden Gemeinden gaben Straßen an die neue Gemeinde ab.

Im Jahr 1976 wurde die Holzkirche ersetzt durch das heutige unauffällig in die Umgebung eingefügte Kirchenzentrum, eingeweiht im Juli 1977.

 

 

Eingang zur Kirche

Statt der traditionellen Kirchenbauweise entstand ein Gemeindezentrum, als „Mehrraumkirche“ gestaltet. Die Idee war, das Gemeindeleben für verschiedene Aufgaben in einer modernen industriellen Großstadt und Gottesdiensträume miteinander zu verbinden. Kirche ist dort, wo sich die Gemeinde versammelt und lebt. Die Wände des Kirchenraumes lassen sich je nach Gebrauch schließen oder öffnen. So lassen sich bei Veranstaltungen wie Karneval, Auftritte wie Vorträge, Kindermusicals… die Trennwände des Gottesdienstraumes schließen. Nur in einem begrenzten Bereich befinden sich Kniebänke. Die Stühle dagegen können dann umgedreht werden. Die Empore kann so als Bühne benutzt werden. Andererseits werden bei Gottesdiensten, wo viele Besucher erwartet werden, sei es Heiligabend, bei Erstkommunion, Firmung… die Trennwand des Mehrzweckraumes aufgeschoben.

„Ein Hauch trennt Zeit von Ewigkeit“

Ein Unglück wird auch immer ein Stück Geschichte der Gemeinde St. Peter bleiben, vielen unvergessen:
3. Mai 1999: Während der Hausaufgabenbetreuung an einem sommerlichen Nachmittag stürzte das Dach des Erweiterungsraumes des Gemeindezentrums ein.
Es fanden zu der Zeit Dacharbeiten statt. Vier Menschen fanden dabei den Tod: Calip Cicek (*1985), Toni Leuters (*1942), Stefan Scholtheis (*1984), Elmar Wendeling (*1938)

 

In 2017 begeht die Gemeinde St. Peter das 50jährigen Bestehen der Pfarrgemeinde.

 

Sakralen Kunstgegenstände:

Die Chorgestaltung übernahm der Bildhauer Bernhard Kleinhans (1926 – 2004), Bruder des ersten Pfarrers der Gemeinde St. Peter, Ludger Kleinhans (1930 – 2007). Die wachsmodellierten Arbeiten goss er in einem uralten Wachsausschmelzverfahren in Bronze.

Dem Künstler Bernhard Kleinhans gelang es, in diesem Kirchenraum eine Fülle von Zeichen und szenische Darstellungen unterzubringen, die sicherlich nicht nur oberflächlich angeschaut werden wollen, sondern als symbolische Zeichen gedeutet und verstanden sein wollen. Während der Altar, der Tabernakel und der Deckel des Taufbrunnens voll mit reicher, aussagekräftiger Symbolik aus dem NT und AT ausgestattet sind, wirken die Christusfigur, das Evangelienpult mit seinen vier Tiersymbolen und die Altarkerzenständer eher schlicht.

Betritt man den Kirchenraum fällt einem sofort die ungewöhnlich wirkende Christusfigur auf.

Ihre schmale Form mit den hoch gestreckten Armen, lässt einem zuerst an das Kreuzesleiden Christi denken. Deshalb wird er von vielen auch Schmerzensmann genannt. Aber schauen Sie mal sein Gesicht an! Nicht Angst und Qual sind dort anzutreffen. Vielmehr ist es eher die Gebärde eines Segnenden, (wie auch heute noch in der Weiheliturgie die Hände ausgebreitet werden.) Besonders kommt dieses zum Ausdruck, wenn man sich darunter stellt. Auch wenn man sich am Ambo befindet, hat man den Eindruck, unter dem Segnenden zu stehen.
Manchmal hat man den Eindruck, dass diese Gestalt zu schweben scheint, nämlich dann, wenn sein Schatten hinter ihn fällt. Das unterstreicht den Eindruck einer schwerelos im Raum stehenden Gestalt wie ein Kunstelement um das Jenseitige als das Gegenwärtige darzustellen: Karfreitag, Ostern und Himmelfahrt in einem Atemzug.

An der Wand hinter der Christusfigur angebracht ist ein großes Kreuz aus Spurlatten aus dem Ruhrpott.

Im Zentrum des Sakralraums steht der Altar. Von allen Seiten ist er zu sehen.

Er trägt eine Tischplatte aus Baumberger Sandstein, gefertigt aus den Steinbrüchen der Baumberge. Die tragende Funktion der Bronze wird durch die vier Verlängerungen, die über die Altarplatte hinausragen, noch unterstrichen: Erinnerung an die „Hörner des Altares“ (Offbg 9,13 – Sinnbild der Macht Gottes). Der Altarsockel trägt die Inschrift: Ich hab gebeten nicht wanke dein Glaube + du aber stärke die Brüder, + Hl. Petrus. Dein Leben werde uns zum Segen.

Im Sockel des Altars eingearbeitet befindet sich das Reliquienschrein: ein vergoldetes Bronzekästchen mit Motiven des Petrus als Menschenfischers. Kästchen wird außen von einem Netzwerk aus Menschenleibern umspannt. Mit der Wahl des Materials (vergoldet) hebt der Künstler die Bedeutung der Reliquie hervor und eine beigelegte Urkunde bezeugt, dass es sich um Reliquien des hl. Apostel Petrus und hl. Märtyrer aus den römischen Katakomben handelt.

Leuchter über dem Altar

Über dem Altar befindet sich ein sternförmiger Leuchter mit 8 Zacken und 12 Lichtquellen. Manche Besucher, die hinaufschauen, fühlen sich erinnert an den sechszackigen Davidstern, Symbol des Judentums. Dieser Stern über dem Altar erinnert aber auch an den Stern von Bethlehem.

 

 

Das Dach des Tabernakels hat die Form eines achteckigen Zeltes. Es macht deutlich, was Tabernakel heißt: „Zelt Gottes“. Der Tabernakel wurde nach dem Bronzegußverfahren anschließend feuervergoldet, um eine Überladung des relativ kleinen Chorraumes zu vermeiden. Das Material dafür wurde in Form von Schmuck, Münzen und auch Zähnen von Gemeindemitgliedern gespendet. Deutung des technischen Vorganges der Feuervergoldung: Das Gold erstrahlt nicht von selbst in seiner Reinheit. Es muss erst im Feuer geprüft und gereinigt werden, so, wie es auch uns eins ergehen mag, wenn wir unser Ziel erreichen. „Wie Gold im Ofen erprobte er sie und nahm sie an wie ein Brandopfer“ (Weish. 3,1-6).

Der Tabernakelträger ist eine Kreuzblume aus dem 14. Jh., aus der Überwasserkirche in Münster stammend. Sie gelangte aufbesserungsbedürftig in die Hände des Künstlers, der sie uns dann aufgearbeitet schenkte.

Die krönende Spitze des Zeltes als Kreuzigungsgruppe mit der Aussage „Jeder der von diesem Brot isst, hat teil am Erlösungsopfer Jesu“.
Die vier Seitenflächen des Tabernakels mit biblischen Darstellungen, weisen auf die Eucharistie hin:
– Brotbrechung in Emmaus nach der Auferstehung: Erkennen Jesus beim Brechen des Brotes.
– Verkündigung der Geburt Jesu an Maria: Beginn der Menschwerdung Gottes: Empfang der Kommunion in Verbindung gebracht mit: so, wie Maria den Herrn empfangen hat, so wird auch der Empfänger der Heiligen Kommunion zum Christusträger.
– Alttestamentliches Opfer des Melchisedek (Gen 14,18): Hinweis auf den neuen Bund.
– Abraham will seinen Sohn Issak opfern: (Gen 22) Hinweis auf das Kreuzesopfer Jesu, sakramentale Vergegenwärtigung dieses Geschehen.

Im Fußbereich des Tabernakels: reichlich Tiersymbolik mit der besonderen Bedeutung in der christlichen Symbolik.
– Pfau (li Fuß vorn): Symbol für das Paradies und die Unsterblichkeit.
– Hahn (re. Fuß vorn): Symbol für Christus, mahnt an anderer Stelle zum rechtzeitigen Aufstehen und stellt einen weiteren Hinweis auf Petrus dar.
– Pelikan (re. Fuß hinten): Symbol für Sündenfall des Menschen und Erlösung durch Jesus Christus.
– Phönix (li. Fuß hinten): Als sagenhafter Vogel, der sich in gewissen Abständen, in seinem Netz selbst verbrennen und aus der Asch neu aufsteigen soll ist er Symbol der Auferstehung.

 

Die Symbolfiguren, die den Ambo schmücken, sind auf Verkündigung angelegt. Es sind die vier geflügelte Wesen, erwähnt in der Offenbarung des Johannes und die von der Kirche auf die vier Evangelisten bezogen werden:

– Löwe auf Markus
– Stier auf Lukas
– Mensch auf Matthäus
– Adler auf Johannes

Gerade erdverbunden dagegen wirkt der Taufbrunnen, ebenso aus Sandstein aus den Steinbrüchen der Baumberge gefertigt, in der Form der ägyptischen Amphore.
Der Deckel aus Bronzeguß zeigt drei Untiere. Es versinnbildlicht das Böse, das durch die Taufe überwunden wird. Sie tragen einen Bergkristall als Hinweis auf Christus, den Eckstein.

 

 

 

Es gelang für diese moderne Kirche zwei Schmuckstücke zu erwerben, die ein wenig traditionelles Form- und Farbempfinden in den Sakralraum hineinbringen:
– Die Ikone, eine Darstellung der „Gottesmutter von Kasan“, wurde um 1800 nach der Urikone gemalt.

– Vor der einzigen tragenden Säule befindet sich eine, von der Frauengemeinschaft St. Peter gestiftete Barockmadonna mit Kind, etwa aus den Jahren 1680-1720, von einem Künstler aus dem Bodenseeraum aus Birnenholz geschnitzt und bemalt.

 

 

 

 

Die Orgel ist das Werk des Orgelbauers Franz Breil. Erst 12 Jahre nach Einweihung des Gemeindezentrums ging so ein lang ersehnter Wunsch in Erfüllung.
Das Orgelgehäuse passt sich den Raum bestens an mit gleichzeitigem Hörgenuss durch die Sammlung des Klanges und Abstrahlung der vielfältigen Klangfarben, im gesamten Gottesdienstraum.
Die Orgel besitzt hinter den Prospektpfeifen das Haupt- und Pedalwerk, links davon, hinter den beweglichen Jalousieflügeln, befindet sich das Schellwerk. Mit den Jalousien lässt sich eine Vielzahl von Klangeffekten von Laut und Leise erzielen. Insgesamt 16 Register, 1026 Pfeifen auf 2 Manualen und dem Pedal hat die Orgel. 56 Pfeifen bestehen aus Mahagoniholz, 30 Pfeifen aus Kiefernholz, die anderen haben eine Zinn-/Bleilegierung. Das Transmissionssystem stammt von Pater Hugo Weiermüller, OSB.

St. Petrus-Bild

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Bei jedem Gottesdienst, bei jeder Trauung, bei jeder Aktion bei jedem Fest sammelte die damals junge Gemeinde Geld jahrelang für dieses Kirchenzentrum. So entstand dieses Bild des Heiliger Petrus – Namenspatron der Kirche. Jeder Nagel in den verschiedenen Farben konnte erworben werden und auf das Bild genagelt werden. Goldener Nadel kostete z.B. 5 DM.